Markstammkohl
Markstammkohl (auch Markkohl oder Marrow Stem Kale, botanisch Brassica oleracea var. medullosa) ist eine alte Kohlart, die eng mit Grünkohl verwandt ist.
Kurz erklärt
Aussehen: Wächst 1,5–2 m hoch mit einem dicken, markhaltigen Stängel und großen Blättern.
Verwendung: Die jungen Blätter sind essbar wie Grünkohl. Früher wurde vor allem der markige Stängel als Viehfutter genutzt; heute wird die Pflanze auch als Zier- und Gemüsekohl angebaut.
Geschmack: Mild, leicht kohlartig; junge Blätter sind zarter als ältere.
Anbau: Aussaat im Frühjahr, sonniger Standort, nährstoffreicher Boden. Die Pflanze ist robust und verträgt Frost gut.
Markstammkohl hat sowohl jagdliche als auch ökologische Bedeutung, besonders in der Reviergestaltung und im Artenschutz.
Jagdliche Nutzung
Markstammkohl wird häufig in Wildäckern ausgesät, um Wildtieren Äsung und Deckung zu bieten.
Rehwild und Rotwild fressen vor allem die Blätter, besonders im Herbst und Winter.
Hasen und Kaninchen nutzen ihn ebenfalls als Nahrung.
Durch seinen hohen Wuchs (oft bis 2 m) bietet er Sichtschutz und Deckung für Fasan, Rebhuhn und anderes Niederwild.
Er bleibt auch nach Frost lange nutzbar und ergänzt dadurch das winterliche Nahrungsangebot.
Ökologische Nutzung
Als Bestandteil artenreicher Wildacker-Mischungen fördert Markstammkohl die Biodiversität.
Blüten im zweiten Standjahr liefern Nektar und Pollen für Wildbienen, Honigbienen und Schwebfliegen.
Die dichte Vegetation schafft Lebensraum für Insekten, Spinnen und bodenbrütende Tiere.
Seine tiefen Wurzeln verbessern die Bodenstruktur und können Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten erschließen.
Als Winterbegrünung schützt er den Boden vor Erosion und reduziert Nährstoffauswaschung.
Grenzen der Nutzung
Markstammkohl sollte nicht als Monokultur angelegt werden. Mischungen mit Klee, Luzerne, Phacelia oder Getreide sind ökologisch deutlich wertvoller.
Ein zu hoher Kohlanteil kann Schädlinge wie Kohlweißlinge fördern und die Artenvielfalt im Wildacker verringern.
Für jagdliche Wildäcker liegt der übliche Anteil in Mischungen oft bei 5–15 % Markstammkohl, kombiniert mit Leguminosen und anderen Strukturpflanzen, um ganzjährig Nahrung und Deckung bereitzustellen.

