Verdauungsapparat von Hühnervögeln
Der Verdauungsapparat der Hühnervögel (Ordnung Galliformes) ist speziell an die Aufnahme und Verarbeitung von meist harter, pflanzlicher Nahrung wie Körnern und Samen angepasst. Dazu gehören z. B. Haushühner, Fasane und Wachteln.
Hier ist der Aufbau und die Funktion im Überblick:
1. Schnabel und Mundhöhle
Hühnervögel besitzen keine Zähne.
Der Schnabel dient zum Aufpicken der Nahrung.
Speicheldrüsen befeuchten das Futter, enthalten aber nur wenige Verdauungsenzyme.
Die Nahrung wird meist unzerkaut geschluckt.
2. Speiseröhre und Kropf
Die Speiseröhre transportiert das Futter weiter.
Eine Erweiterung davon ist der Kropf.
Funktion des Kropfes:
Zwischenspeicherung der Nahrung
Anfeuchten und Aufquellen harter Körner
Portionierte Weitergabe an den Magen
3. Magen (zweigeteilt)
a) Drüsenmagen (Proventriculus)
Produziert Magensäure und Verdauungsenzyme
Beginnt die chemische Verdauung
b) Muskelmagen (Gizzard)
Sehr kräftige Muskulatur
Enthält häufig kleine Steinchen (Gastrolithen)
Zermahlt die Nahrung mechanisch
👉 Da Hühnervögel keine Zähne besitzen, übernimmt der Muskelmagen das „Kauen“.
4. Dünndarm
Hauptort der enzymatischen Verdauung
Aufnahme von Nährstoffen ins Blut
Unterstützung durch Sekrete aus Bauchspeicheldrüse und Leber
5. Blinddärme (Caeca)
Hühnervögel besitzen zwei Blinddärme.
Funktion:
Bakterielle Zersetzung pflanzlicher Bestandteile
Teilweise Verdauung von Zellulose
Rückgewinnung von Wasser
6. Dickdarm und Kloake
Wasserentzug
Ausscheidung über die Kloake
Kot und Harn werden gemeinsam ausgeschieden
Besondere Anpassungen der Hühnervögel
✔ Zweigeteilter Magen
✔ Starker Muskelmagen mit Steinchen
✔ Doppelter Blinddarm
✔ Kropf als Vorratsspeicher
