Uferschnepfe
Uferschnepfe
(Limosa limosa)
Beschreibung
Die Uferschnepfe ist ein großer Watvogel aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae). Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 36–44 cm und eine Flügelspannweite von 70–82 cm. Auffällig sind die langen, bläulich-grauen Beine und der lange, gerade Schnabel, der an der Basis rosa und zur Spitze hin schwarz gefärbt ist.
Im Brutkleid zeigt sie eine rostrote Färbung an Kopf, Hals und Brust, während Rücken und Flügel braun gemustert sind. Im Schlichtkleid ist sie insgesamt graubrauner. Die Uferschnepfe brütet vor allem in feuchten Wiesen, Mooren und Überschwemmungsflächen und ist ein Langstreckenzieher, der in Westafrika überwintert.
Ökologische Bedeutung
Indikatorart: Die Uferschnepfe gilt als wichtiger Bioindikator für intakte Feuchtwiesen. Ihr Vorkommen zeigt eine hohe Bodenfeuchte, strukturreiche Vegetation und ein gutes Nahrungsangebot an.
Regulation von Wirbellosen: Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Schnecken und anderen Wirbellosen und trägt so zur Regulation dieser Populationen bei.
Teil des Nahrungsnetzes: Uferschnepfen sind selbst Beute für Greifvögel und Säugetiere und somit ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts.
Schutz von Lebensräumen: Maßnahmen zum Schutz der Uferschnepfe (z. B. späte Mahd, Wiedervernässung) fördern ganze Lebensgemeinschaften von Wiesen- und Watvögeln sowie zahlreiche Pflanzen- und Insektenarten.
➡️ Hinweis: In Deutschland ist die Uferschnepfe stark gefährdet und steht auf der Roten Liste, vor allem durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft und frühe Mahd.
Die Uferschnepfe (Limosa limosa) kommt in Deutschland nur noch in wenigen, stark eingegrenzten Brutgebieten vor. Ihre Verbreitung konzentriert sich auf feuchte Niederungslandschaften im Norden und Nordwesten.
Vorkommen in Deutschland
Hauptsächlich findet man sie in:
Niedersachsen – wichtigstes Brutland, besonders im
Emsland
Oldenburger Münsterland
Weser-Aller-Niederung
Nordrhein-Westfalen – vor allem im Münsterland
Schleswig-Holstein – einzelne Brutgebiete in Marschen und Feuchtwiesen
Mecklenburg-Vorpommern – wenige Restvorkommen
Brandenburg – sehr selten, lokal begrenzt
Typische Lebensräume
Feucht- und Nasswiesen
Überschwemmungsflächen von Flüssen
Niedermoore
Extensiv genutztes Grünland
Zugzeiten
Brutvogel: April bis Juli
Durchzügler: auch an Küsten, Flussauen und Rastplätzen im Frühjahr und Herbst zu beobachten
⚠️ Bestandssituation:
Die Uferschnepfe ist in Deutschland stark gefährdet. Viele frühere Brutgebiete sind durch Entwässerung und intensive Landwirtschaft verloren gegangen, sodass sie heute nur noch in gut geschützten Feuchtgebieten regelmäßig vorkommt.

