Blutspecht

Der Blutspecht ist die östliche Schwesterart des Buntspechts und wird wissenschaftlich als Dendrocopos syriacus bezeichnet. Er gehört zur Familie der Spechte (Picidae) und sieht dem Buntspecht sehr ähnlich, ist aber etwas heller gefärbt und zeigt einige typische Unterschiede.

Beschreibung

Der Blutspecht ist etwa 22–24 cm lang, hat eine Flügelspannweite von rund 34–39 cm und wiegt ungefähr 70–90 g.

Typische Merkmale:

  • schwarz-weißes Gefieder mit auffälligen weißen Schulterflecken
  • rote Unterschwanzdecken („blutrote“ Färbung – daher der Name)
  • Männchen mit rotem Nackenfleck
  • Weibchen ohne roten Nackenfleck
  • weißere Kopfseiten als beim Buntspecht
  • der schwarze Bartstreif ist meist nicht mit dem Nackenband verbunden – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal

Sein Ruf ist etwas weicher als der des Buntspechts; auch das Trommeln ist meist kürzer und weniger kräftig.

Vorkommen in Deutschland

Der Blutspecht ist ursprünglich eine südosteuropäische Art mit Schwerpunkt auf dem Balkan, in Osteuropa und Vorderasien. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Verbreitungsgebiet nach Mitteleuropa ausgedehnt.

In Deutschland ist er:

  • insgesamt noch selten
  • vor allem im Osten und Südosten nachgewiesen
  • Brutvorkommen besonders in:
    • Brandenburg
    • Sachsen
    • Sachsen-Anhalt
    • Bayern (vor allem östliche Teile)
    • vereinzelt Baden-Württemberg

Er bevorzugt:

  • alte Obstgärten
  • Parks
  • Friedhöfe
  • locker strukturierte Laubwälder
  • Auenlandschaften
  • Siedlungsrandbereiche mit alten Bäumen

Er ist stärker an vom Menschen geprägte Kulturlandschaften angepasst als viele andere Spechtarten.

Ökologische Bedeutung

Der Blutspecht hat mehrere wichtige Funktionen im Ökosystem:

1. Regulation von Insektenpopulationen

Er frisst vor allem:

  • Käferlarven
  • Ameisen
  • Raupen
  • Blattläuse
  • andere holz- und rindenbewohnende Insekten

Dadurch hilft er bei der natürlichen Kontrolle von Schädlingspopulationen.

2. Höhlenbauer

Wie viele Spechte zimmert er Bruthöhlen in alte oder geschwächte Bäume. Diese Höhlen werden später von vielen anderen Arten genutzt, zum Beispiel von:

Damit ist er ein wichtiger sogenannter Schlüsselarten-Ingenieur im Lebensraum.

3. Indikator für strukturreiche Kulturlandschaften

Sein Vorkommen zeigt oft:

  • alte Baumbestände
  • hohe Strukturvielfalt
  • naturnahe Obstwiesen
  • geringe intensive Forstnutzung

Er gilt daher als Hinweis auf ökologisch wertvolle Lebensräume.

Schutzaspekt

Der Blutspecht profitiert stark vom Erhalt von:

Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft und das Entfernen alter Bäume wirkt sich negativ auf seine Bestände aus.

Kurz gesagt: Der Blutspecht ist nicht nur ein interessanter Specht, sondern auch ein wichtiger „Baumeister“ und Insektenregulator in unseren Kulturlandschaften.

 

Weitere Begriffserklärungen:

 A  B  C  D  E  F  G  H  I  J K  L  M  N  O  P  R  S  Sch  St  T  U  V  W  Z
  

Ihr Partner für die Ausbildung zum Jäger:

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.