Zwergschwan
( Cygnus columbianus bewickii )
Beschreibung
Der Zwergschwan ist die kleinste der in Europa vorkommenden Schwanenarten.
Größe: ca. 115–127 cm Körperlänge
Spannweite: etwa 170–195 cm
Gewicht: meist 4–7 kg
Gefieder: rein weiß
Schnabel: schwarz mit einem variablen gelben Fleck an der Basis (individuell unterschiedlich, wichtig zur Bestimmung einzelner Tiere)
Beine: schwarz
Stimme: hohe, klangvolle Rufe, weniger tief als beim Höckerschwan
Zwergschwäne sind Zugvögel. Sie brüten in der arktischen Tundra Sibiriens und überwintern vor allem in Nordwest- und Mitteleuropa (z. B. Deutschland, Niederlande, Großbritannien).
Lebensraum und Lebensweise
Brutgebiet: Flache Tundraseen, Moore und Feuchtgebiete
Überwinterung: Seen, Flüsse, Überschwemmungsflächen, Küstenmarschen und Agrarlandschaften
Nahrung: Wasserpflanzen, Gräser, Wurzeln, Knollen sowie auf Feldern auch Getreide und Rapsreste
Sozialverhalten: sehr gesellig, oft in großen Schwärmen; lebenslange Paarbindung
Ökologische Bedeutung
Teil des Nahrungsnetzes
Zwergschwäne beeinflussen durch ihren Pflanzenfraß die Zusammensetzung von Wasser- und Ufervegetation und tragen zur Dynamik von Feuchtgebietsökosystemen bei.
Samenverbreitung
Durch das Fressen und Ausscheiden von Pflanzenmaterial können sie zur Verbreitung von Samen über große Distanzen beitragen.
Indikatorart für Feuchtgebiete
Als empfindliche Zugvogelart reagieren Zwergschwäne stark auf Veränderungen von Feuchtgebieten, Wasserqualität und landwirtschaftlicher Nutzung. Ihr Bestand gibt Hinweise auf den ökologischen Zustand dieser Lebensräume.
Bedeutung für den Naturschutz
Der Schutz von Rast- und Überwinterungsgebieten für Zwergschwäne kommt vielen weiteren Wasser- und Zugvogelarten zugute („Schirmart-Effekt“).

