Kichererbse

Kichererbse

Kichererbsen sind die essbaren Samen der Kichererbse (botanisch: Cicer arietinum), einer Hülsenfrucht. Sie sind weltweit eine wichtige Proteinquelle und werden in vielen Küchen verwendet.

Sie sind:

  • Reich an Eiweiß (ca. 19–20 g pro 100 g getrocknet) 
  • Reich an Ballaststoffen 
  • Gute Quelle für Folat, Eisen, Magnesium und Mangan 
  • Von Natur aus vegan und glutenfrei

Beliebte Gerichte mit Kichererbsen sind:

  • Hummus 
  • Falafel 
  • Currys 
  • Eintöpfe 
  • Salate 
  • Geröstete Kichererbsen als Snack 

Zubereitung:

  • Getrocknete Kichererbsen: 8–12 Stunden einweichen, dann je nach Sorte etwa 1–2 Stunden kochen. 
  • Kichererbsen aus der Dose oder dem Glas: Sind bereits gegart und können nach dem Abspülen direkt verwendet werden. 

Hinweis: Rohe oder unzureichend gegarte Kichererbsen enthalten natürliche Stoffe (Lectine), die gesundheitsschädlich sein können. Deshalb sollten getrocknete Kichererbsen immer vollständig durchgegart werden.

heute 14:01

 

Anbau von Kichererbsen

Die Kichererbse (Cicer arietinum) wird vor allem in warmen, trockenen Regionen angebaut. Zu den wichtigsten Anbauländern gehören Indien, Australien, die Türkei, Pakistan und Kanada.

Anbaubedingungen:

  • Klima: Warm, sonnig und eher trocken.  
  • Boden: Locker, gut durchlässig und nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich. 
  • Aussaat: Im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. 
  • Ernte: Etwa 90–120 Tage nach der Aussaat, wenn die Hülsen trocken sind. 

Kichererbsen sind relativ trockenheitsverträglich, reagieren aber empfindlich auf Staunässe.

Ökologische Bedeutung

Kichererbsen haben mehrere ökologische Vorteile:

  • Stickstoffbindung: Als Hülsenfrucht leben sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln. Diese binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Dadurch wird der Boden angereichert und der Bedarf an Stickstoffdünger verringert. 
  • Förderung der Bodenfruchtbarkeit: Nachfolgende Kulturen profitieren vom verbesserten Nährstoffangebot. 
  • Wassersparend: Im Vergleich zu vielen anderen Kulturpflanzen benötigen Kichererbsen oft weniger Wasser. 
  • Klimafreundlich: Durch den geringeren Einsatz von Stickstoffdünger entstehen weniger Treibhausgasemissionen. 
  • Artenvielfalt: In abwechslungsreichen Fruchtfolgen tragen Kichererbsen zu einer vielfältigeren Landwirtschaft bei und können den Krankheits- und Schädlingsdruck verringern. 

Insgesamt gelten Kichererbsen als eine nachhaltige Kulturpflanze, die sowohl zur Ernährungssicherung als auch zu einer umweltschonenderen Landwirtschaft beitragen kann.

Der Anbau von Kichererbsen in Deutschland nimmt seit einigen Jahren zu, spielt aber im Vergleich zu Getreide oder Erbsen noch eine kleine Rolle. Durch den Klimawandel mit wärmeren und trockeneren Sommern werden Kichererbsen für viele Regionen interessanter.

Anbauregionen:

  • Vor allem in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) 
  • Auch in Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen und Ostdeutschland werden Anbauversuche durchgeführt. 

Vorteile:

  • Gute Anpassung an trockene Sommer 
  • Geringer Bedarf an Stickstoffdünger durch Stickstoffbindung 
  • Beitrag zu einer vielfältigen Fruchtfolge und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit 
  • Regionale Produktion kann Transportwege und damit CO₂-Emissionen verringern. 

Herausforderungen:

  • Spätfröste können junge Pflanzen schädigen. 
  • Feuchte Sommer erhöhen das Risiko von Pilzkrankheiten. 
  • Die Erträge schwanken stärker als bei etablierten Kulturpflanzen. 
  • Es gibt bisher nur wenige Sorten, die optimal an das deutsche Klima angepasst sind. 

Insgesamt gelten Kichererbsen als vielversprechende Kulturpflanze für den deutschen Ackerbau, insbesondere in trockeneren Regionen. Mit der Züchtung neuer Sorten und angepassten Anbaumethoden könnte ihre Bedeutung in Zukunft weiter wachsen.

Die Sorte Irenka ist eine kleinkörnige Kichererbsensorte des Typs Gulabi. Sie wird zunehmend im mitteleuropäischen Anbau genutzt, weil sie sich gut an die hiesigen Bedingungen anpassen kann. 

Merkmale der Sorte Irenka:

  • Typ: Gulabi (klein bis mittelgroße, glatte, hell- bis rotbraune Samen) 
  • Wuchshöhe: etwa 50 cm 
  • Samenfarbe: rotbraun 
  • Standort: sonnig, warme und gut durchlässige Böden; Staunässe vermeiden 
  • Verwendung: besonders gut für Hummus, Salate und Eintöpfe geeignet. 

Anbau in Deutschland:

  • Irenka wird in mehreren deutschen Sorten- und Anbauversuchen geprüft. 
  • In einem Versuch der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erreichte sie unter günstigen Bedingungen Erträge von etwa 25 dt/ha und zeigte einen aufrechten Wuchs, der die mechanische Unkrautbekämpfung erleichtert. 
  • In einem Versuch des DLR Rheinland-Pfalz erzielte Irenka den höchsten Ertrag der getesteten Sorten (11,32 dt/ha), obwohl ihre Keimfähigkeit geringer war und deshalb eine höhere Saatstärke gewählt wurde. 

Besonderheiten:

  • Gute Anpassung an trockenere Standorte. 
  • Aufrechter Wuchs erleichtert die Ernte. 
  • Gehört zu den vielversprechenden Sorten für den Anbau in Süddeutschland und anderen wärmeren Regionen Mitteleuropas

Weitere Begriffserklärungen:

 A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  R  S  Sch  St  T  U  V  W  Z
  

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