Feenkrebs
Systematik
Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)
Unterstamm: Crustacea (Krebse)
Klasse: Branchiopoda (Kiemenfüßer)
Ordnung: Anostraca (Feenkrebse)
Morphologie (Körperbau)
Körper ungepanzert (kein Carapax), weich und durchsichtig
Deutlich gegliedert in:
Kopf (mit zwei Paar Antennen)
Rumpf (meist 11 Segmente)
Komplexaugen (Stielaugen) + oft ein Naupliusauge
Rumpfbeine (Phyllopodien):
11–19 blattförmige Beinpaare
Dienen Fortbewegung, Atmung und Nahrungsaufnahme
Schwimmen meist rücklings (Bauch nach oben)
Physiologie
Atmung: über die dünnwandigen Phyllopodien (keine speziellen Kiemen)
Kreislauf: offenes System, dorsales Herz
Ausscheidung: Antennendrüsen
Temperatur: wechselwarm (ektotherm)
Ernährung
Überwiegend Filtrierer
Nahrung:
Algen (Phytoplankton)
Bakterien
Detritus
Nahrung wird durch Strömung der Beinbewegungen zum Mund geleitet
Fortpflanzung
Meist getrenntgeschlechtlich, seltener parthenogenetisch
Männchen besitzen umgewandelte 2. Antennen als Klammerorgane
Weibchen tragen Eier in einer Bruttasche
Zwei Eitypen:
Subitaneier → schlüpfen sofort
Dauereier (Zysten) → überleben Trockenheit, Frost, Hitze, UV
Entwicklung
Indirekte Entwicklung
Schlupf als Naupliuslarve
Mehrere Häutungen bis zum Adultstadium
Sehr schnelles Wachstum (oft nur 2–6 Wochen Lebensdauer)
Ökologie & Anpassungen
Besiedeln ephemere Gewässer → kaum Fressfeinde (z. B. Fische)
Dauereier ermöglichen Zeitüberdauerung ungünstiger Phasen
Hohe Toleranz gegenüber:
Sauerstoffmangel
Temperaturschwankungen
Salzgehalt (je nach Art)
Evolutionäre Bedeutung
Sehr ursprüngliche Krebstiergruppe
Körperbau ähnelt fossilen Formen aus dem Trias
Wichtige Modellorganismen für:
Evolutionsbiologie
Extremökologie
Entwicklungsbiologie
