Schmetterlingshafte
Die Schmetterlingshafte (Ascalaphidae) sind eine Familie der Netzflügler (Neuroptera) und zeichnen sich durch ihr schmetterlingsähnliches Aussehen aus.
Kurzüberblick:
Merkmale: Große, oft auffällig gemusterte Flügel; lange, keulenförmige Fühler; ruhen häufig mit gespreizten Flügeln.
Verwandtschaft: Nah verwandt mit den Ameisenlöwen (Myrmeleontidae).
Lebensweise: Die Larven sind räuberisch und leben meist am Boden oder auf Pflanzen; Adulte sind tag- oder dämmerungsaktiv und jagen fliegende Insekten.
Verbreitung: Vor allem in warmen Regionen (Mittelmeerraum, Afrika, Asien, Australien); in Mitteleuropa selten.
Beispiele: Libelloides coccajus (in Südeuropa), Ascalaphus spp.
Wenn du möchtest, kann ich sie von ähnlichen Gruppen abgrenzen, Arten bestimmen (auch anhand eines Fotos) oder Lebenszyklus und Verhalten genauer erklären.
Lebenszyklus und Verhalten
Hier ist eine übersichtliche, fachlich genaue Darstellung von Lebenszyklus und Verhalten der Schmetterlingshafte (Ascalaphidae):
Lebenszyklus
1. Ei
Die Weibchen legen Einzeleier oder kleine Gruppen an Pflanzenstängeln, Blättern oder Steinen ab.
Die Eier sitzen oft auf kurzen Stielen, was sie vor Fressfeinden (z. B. Ameisen) schützt.
Entwicklungsdauer: meist 1–3 Wochen, abhängig von Temperatur und Art.
2. Larve
Die Larven ähneln denen der Ameisenlöwen, sind aber meist weniger grabend.
Körperbau: gedrungen, gut getarnt, mit kräftigen Saugkiefern.
Lebensraum: Bodenoberfläche, Laubstreu, unter Steinen oder auf niedriger Vegetation.
Ernährung: räuberisch – kleine Insekten, Larven, gelegentlich Spinnen.
Einige Arten lauern regungslos auf Beute („Sitzjäger“).
Larvenentwicklung dauert oft mehrere Monate bis über ein Jahr, meist mit Überwinterung im Larvenstadium.
3. Puppe
Die Verpuppung erfolgt in einem runden Seidenkokon, meist im Boden oder unter Steinen.
Puppenstadium: ca. 2–4 Wochen.
Die Puppe ist bereits beweglich und kann sich bei Störung winden.
4. Imago (erwachsenes Insekt)
Schlupf meist im Früh- bis Hochsommer.
Lebenserwartung: mehrere Wochen.
Nach dem Schlupf erfolgt eine Reifephase, bevor die Tiere paarungsbereit sind.
Verhalten der adulten Tiere
Aktivität
Je nach Art tagaktiv, dämmerungsaktiv oder nachtaktiv.
Viele Arten bevorzugen sonnige, offene Lebensräume (Trockenrasen, Macchia, Waldränder).
Jagdverhalten
Adulte Schmetterlingshafte sind geschickte Flieger.
Beute: kleine Fluginsekten (z. B. Fliegen, Mücken).
Fang erfolgt im Flug mit den Beinen.
Ruhestellung
Ruhen oft mit weit gespreizten Flügeln, ähnlich wie Schmetterlinge oder Libellen.
Häufig exponierte Sitzplätze (Gräser, Zweige).
Fortpflanzung
Männchen orten Weibchen optisch.
Paarung erfolgt meist im Sitzen an Vegetation.
Weibchen wählen gezielt geeignete Eiablageplätze mit geringem Prädationsrisiko.
Ökologische Bedeutung
Sowohl Larven als auch Adulte sind Nützlinge, da sie andere Insekten regulieren.
Stark abhängig von strukturreichen, warmen Habitaten.
Empfindlich gegenüber Lebensraumverlust und Pestiziden.
Wenn du möchtest, kann ich:
den Lebenszyklus mit Ameisenlöwen vergleichen
eine grafische Übersicht erstellen
das Verhalten einer bestimmten Art (z. B. Libelloides) detailliert beschreiben
Welche Schmetterlings hafte gibt es in Deutschland
In Deutschland sind Schmetterlingshafte extrem selten. Nach heutigem faunistischem Kenntnisstand gilt:
Schmetterlingshafte in Deutschland
Gelber Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus)
Status:
⚠️ Vermutlich ausgestorben bzw. verschollen in Deutschland
Frühere Vorkommen:
Vor allem im südlichen Bayern (Alpenvorland, warme Kalk-Trockenrasen)
Letzte gesicherte Nachweise:
Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts
Heutige Verbreitung:
Noch vorhanden im Mittelmeerraum, in Südfrankreich, Italien, Balkan, Spanien
Lebensraum:
Sonnige, trockene, strukturreiche Offenlandschaften
Gibt es aktuell weitere Arten in Deutschland?
Langfühleriger Schmetterlingshaft
In Deutschland kommen sie gelegentlich um den Kaiserstuhl und Würzburg vor.
Deutschland liegt außerhalb des stabilen Verbreitungsgebiets der Familie Ascalaphidae.
Keine rezenten, etablierten Populationen
Keine weiteren Arten regelmäßig oder dauerhaft nachgewiesen
Einzeltiere wären höchstens sehr seltene Zufallsfunde (z. B. Verdriftung aus Südeuropa)
Hinweis zur Systematik
In moderner Systematik werden die Schmetterlingshafte oft als Unterfamilie (Ascalaphinae) innerhalb der Ameisenlöwen (Myrmeleontidae) geführt.
➡️ Ökologisch und morphologisch werden sie aber weiterhin als eigene, klar erkennbare Gruppe behandelt.

