Wurzeldruck
Wurzeldruck ist ein physiologischer Prozess bei Pflanzen, bei dem Wasser durch aktiven Ionentransport in den Wurzeln nach oben in das Xylem gedrückt wird.
🌱 Was passiert dabei?
Aktive Aufnahme von Mineralstoffen in die Wurzelzellen
Dadurch sinkt das Wasserpotential in den Leitgefäßen (Xylem).
Wasser strömt osmotisch nach (aus dem Boden in die Wurzel).
Es entsteht ein positiver Druck, der das Wasser nach oben presst.
💧 Wann ist Wurzeldruck wichtig?
Vor allem nachts oder bei hoher Luftfeuchtigkeit
Wenn die Transpiration gering ist
Besonders ausgeprägt bei krautigen Pflanzen (z. B. Gräser)
🌿 Sichtbare Folgen
Guttation: Wassertropfen an Blatträndern (z. B. bei Erdbeeren oder Gräsern am Morgen)
„Bluten“ von Pflanzen bei Anschnitt im Frühjahr (z. B. Weinrebe, Ahorn)
🌳 Bedeutung
Unterstützt den Wassertransport,
reicht aber allein nicht aus, um Wasser in hohe Bäume zu transportieren.
→ Dafür ist hauptsächlich der Transpirationssog (Kohäsions-Tensions-Theorie) verantwortlich.
Hier eine übersichtliche Gegenüberstellung von Wurzeldruck und Transpirationssog:
Merkmal Wurzeldruck Transpirationssog
Ursprung In der Wurzel In den Blättern
Antrieb Aktiver Ionentransport Verdunstung (Transpiration) über Spalt-
→ osmotischer Wassereinstrom öffnungen Art des Drucks Positiver Druck Negativer Druck (Sog)
Tageszeit Vor allem nachts oder bei hoher Luftfeuchte Vor allem tagsüber bei trockener Luft
Bedeutung für hohe Bäume Gering Hauptmechanismus für Wassertransport
Sichtbare Erscheinung Guttation, „Bluten“ Keine direkte sichtbare
Tropfenbildung
Energiebedarf Teilweise aktiv (ATP für Ionentransport) Passiv (physikalischer Prozess)
🌳 Zusammenfassung
Wurzeldruck = „Drücken von unten“
Transpirationssog = „Ziehen von oben“
In großen Bäumen ist fast der gesamte Wassertransport auf den Transpirationssog zurückzuführen, während der Wurzeldruck eher eine unterstützende Rolle spielt.