Ackergauchheil
Ackergauchheil (Anagallis arvensis, heute oft Lysimachia arvensis genannt) ist eine kleine, einjährige Wildpflanze aus der Familie der Primelgewächse.
Merkmale:
- 5–30 cm hoch, kriechend bis aufsteigend
- Kleine, meist leuchtend rote bis orange Blüten (seltener blau)
- Gegenständige, eiförmige Blätter
- Blütezeit etwa von Mai bis Oktober
Vorkommen:
- Äcker, Gärten, Wegränder und Brachflächen
- In weiten Teilen Europas, einschließlich Deutschlands, verbreitet
Besonderheit:
- Die Blüten öffnen sich meist nur bei sonnigem Wetter. Daher wurde die Pflanze früher als „Wetterblume“ bezeichnet.
Achtung:
- Ackergauchheil gilt als leicht giftig und sollte nicht verzehrt werden.
Ökologische Bedeutung
- Nahrungsquelle für Insekten: Die Blüten bieten Pollen für verschiedene kleine Wildbienen, Schwebfliegen und andere blütenbesuchende Insekten. Der Nektar ist allerdings nur begrenzt verfügbar.
- Förderung der Biodiversität: Als typische Ackerwildpflanze trägt der Ackergauchheil zur Vielfalt von Pflanzen- und Tiergemeinschaften in Agrarlandschaften bei.
- Lebensraum und Nahrung für Spezialisten: Einige Insektenarten nutzen die Pflanze als Nahrung oder Lebensraum für ihre Larven, auch wenn sie keine besonders bedeutende Wirtspflanze ist.
- Indikatorart: Sein Vorkommen kann auf bestimmte Standortbedingungen hinweisen, etwa offene, regelmäßig gestörte Böden und traditionelle, weniger intensiv bewirtschaftete Ackerflächen.
- Bestandteil historischer Ackerflora: Wie viele Ackerwildkräuter ist der Ackergauchheil durch intensive Landwirtschaft seltener geworden. Sein Erhalt unterstützt den Schutz der sogenannten „Segetalflora“ (Ackerbegleitflora).
Ökologisch ist der Ackergauchheil also weniger wegen seiner einzelnen Leistungen bedeutsam als wegen seines Beitrags zur Artenvielfalt und zur Erhaltung traditioneller Ackerökosysteme. In naturnahen Agrarlandschaften kann er Teil eines wertvollen Netzwerks von Wildpflanzen sein, das Insekten, Vögeln und anderen Organismen zugutekommt

