Wiesenschaumkraut

Wiesenschaumkraut

Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine mehrjährige, feuchtigkeitsliebende Wildstaude aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es zählt zu den typischen Frühlingsblumen Mitteleuropas und färbt im April und Mai feuchte Wiesen mit zarten rosa bis weißen Blüten. Ökologisch bedeutsam ist es als frühe Nektarquelle und als Futterpflanze für den Aurorafalter.

Wichtige Fakten

Wissenschaftlicher Name: Cardamine pratensis

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Blütezeit: April bis Juni

Wuchshöhe: 20–55 cm

Verbreitung: Europa, Westasien, Nordamerika

Status: Regional gefährdet, Blume des Jahres 2006

Merkmale und Wuchs

Das Wiesenschaumkraut entwickelt aus einer bodennahen Rosette hohle, aufrechte Stängel mit wechselständigen, gefiederten Blättern. Die vierzähligen Blüten erscheinen in lockeren Trauben und sind weiß, hellrosa oder zartviolett. Nach der Blüte bilden sich schmale Schoten, deren Samen beim Aufspringen mehrere Meter weit geschleudert werden können.

Lebensraum und Ökologie

Cardamine pratensis wächst bevorzugt auf feuchten bis nassen Wiesen, in Auenwäldern und an Bachufern. Es gilt als Zeigerpflanze für nährstoffreiche, humose Böden mit hoher Bodenfeuchte. Für Insekten ist sie eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle; die Raupen des Aurorafalters sind auf sie spezialisiert. Typisch sind zudem die „Schaumnester“ der Wiesenschaumzikade, die ihren Namen prägten.

Verwendung und Kultur

Die Pflanze ist pflegeleicht, liebt halbschattige bis sonnige, gleichmäßig feuchte Standorte und eignet sich gut für naturnahe Gärten oder Teichränder. Junge Blätter und Blütenknospen sind essbar, schmecken kresseartig und enthalten Senföle sowie Vitamin C. In der Volksheilkunde wurde sie gegen Frühjahrsmüdigkeit, Rheuma und Verdauungsbeschwerden genutzt.

Schutz und Bedeutung

Durch Entwässerung und intensive Landwirtschaft ist das Wiesenschaumkraut vielerorts rückläufig. In einigen Bundesländern steht es auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Seine Wiederansiedlung auf extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen trägt zur Förderung der Biodiversität und des ökologischen Gleichgewichts bei.

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