Hantaviren
Hantaviren sind eine Gruppe von Viren, die hauptsächlich durch Nagetiere (vor allem Mäuse) auf den Menschen übertragen werden. In Europa – auch in Deutschland – ist besonders die Rötelmaus der wichtigste Überträger.
📌 Wie steckt man sich an?
Die Übertragung passiert meist indirekt:
- Einatmen von virushaltigem Staub (z. B. beim Fegen von Scheunen, Kellern, Gartenhäusern)
- Kontakt mit Kot, Urin oder Speichel infizierter Nagetiere
- Seltener: durch Bisse
👉 Wichtig: Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist in Europa praktisch nicht relevant.
🤒 Welche Symptome treten auf?
Die Krankheit kann unterschiedlich verlaufen – von mild bis schwer:
Typische Beschwerden:
- plötzliches Fieber
- Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- manchmal Sehstörungen
Schwere Verläufe (v. a. in Europa):
- Nierenbeteiligung (→ Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom)
- in seltenen Fällen akutes Nierenversagen
🧬 Formen der Erkrankung weltweit
- Europa/Deutschland: meist mildere Verläufe (Nieren im Fokus)
- Amerika: schwerere Form mit Lungenbeteiligung (Hantavirus Pulmonary Syndrome)
🛡️ Wie kann man sich schützen?
- Staub vermeiden (z. B. beim Reinigen → feucht wischen statt fegen)
- Handschuhe und ggf. Maske tragen
- Lebensmittel und Müll sicher lagern
- Nagerbefall verhindern
🇩🇪 Situation in Deutschland
- Fälle treten unregelmäßig, oft in Wellenjahren auf
- Besonders betroffen sind Regionen mit vielen Buchenwäldern (z. B. Süddeutschland)
🩺 Wann zum Arzt?
Unbedingt abklären lassen, wenn:
- hohes Fieber + starke Schmerzen auftreten
- man Kontakt zu Mäusekot/Staub hatte
- sich zusätzlich Nierenprobleme zeigen (z. B. wenig Urin)

